MUSIKTHERAPIE   -  AUSBILDUNG

Gestalt-Musiktherapie

Improvisation - Gedanken, Zitate und Ideen, die Sie vielleicht anregen:

Verschmelzung und Einflüsse vielfältiger Kulturen, Ethnien, Disziplinen und Ideen - die die Gesellschaft insgesamt prägen -, kennzeichnet zunehmend die heutige musikalische Welt .  Der kreativer Ausdruck unserer Zeit bildet Kommunikationselemente, die herkömmliche Grenzen der Stilkategorien überschreiten und neu gestalten.   

Improvisation in der Musik ist die freie Aufführung einer musikalischen Idee. Manchmal ist es Musik in einer Weise,    die bestimmten stilistischen Normen entspricht (Introjekte), aber von den präskriptiven Merkmalen einer bestimmten musikalischen Norm nicht gefesselt ist. Ursprünglich entstand Musik als Improvisation und es wird in den östlichen Traditionen - und nicht nur in der modernen westlichen Tradition des Jazz - immer noch intensiv improvisiert. Improvisieren ist es eine menschliche Fähigkeit, die gelernt werden kann. Improvisation und Komposition sind zwei Seiten der gleichen Kunst – beides vollzieht sich im Moment des Erfahrens. Der Ort der Notation kompositorischer Schöpfung ist aber nicht die Bühne des Kontaktes mit Publikum, einem lebendigen Du …

Improvisation ist ein spontaner Prozess, der überraschend Neues oder variiertes Altes, Gestalten sogar - und gerade- Unfertiges hervorbringen kann (Das macht sie z.B. interessant für einen therapeutischen Einsatz). Somit liegt die Angst zu Versagen nahe und es braucht Mut sein menschliches,  persönliches Gesicht zu zeigen um vielleicht Glücksmomente zu teilen. Verwirrung ist die Tür zu einer neuen Erfahrung, Aussage und z.B. einer Melodie.

Improvisationen können auch wie Ornamente vertrauter und bewusst gewählter musikalischer Ideen sein. Um eine neue Melodie zu improvisieren, zu erfinden, sind der Rhythmus und der Sound die Basis, die Ressource. Auch einfache Variationen gestalten den Moment und die Persönlichkeit. Es kann ein Vorteil sein, ein Verständnis von Harmonie, Rhythmus und anderen Kräften der Musik zu haben. Es erweitert die Palette der Möglichkeiten und Tonkunst, wenn es ums improvisieren geht.

Klang,  Rhythmus,  Melodie,  Dynamik   &   Form

Immer gibt es in der aktuellen Situation der Improvisation und im umgebenden Feld etwas zu entdecken.

  • Bewältige die Angst, dass Gelerntes und Theorie das freie Spiel fesseln.

  • Vertraue Deinem Selbst, mache Dich unabhängig.
  • Finde Deinen Sound und Stil, Raum und Zeit.
  • Spiele zwischen Lärm und Stille.   
  • Wage Wiederholungen, das hier und jetzt.
  • Improvisiere mal im Hintergrund und dann mal im Vordergrund, wage die Mitte der Lebensbühne.
  • Experimentiere weit und breit, eng und spitz, mit Chaos und Ordnung, bis zum Einfall einer neuen Idee weit.
  • Wage Kontakt in der Improvisation.
  • Sei autonom, beschränke Dein Selbst nicht.
  • Versuche zu resonieren zu dem, was um Dich herum geschieht.
  • Drücke aus, was gerade los ist, es kann Sie sich simpel oder unangenehm anfühlen,                                       aber manchmal zaubert die unwahrscheinlichste Idee Inspirationen.
  • Liebe den musikalischen „Fehler“ , entdecke Unerwartetes, zwischen Dissonanz und Resonanz.
  • Überschreite Komfortgrenzen um zu entdecken, wie weit du kreativ gehen kannst.
  • Ignoriere die selbstkritische Stimme (Introjekte), wenn du improvisiert.

Gedankliche Selbst-Analyse im Moment des hier und jetzt kann die Intuition blockieren beim Improvisieren, da es oft die Wahrnehmung und Achtsamkeit einschränkt und Bewertungen nach sich zieht. Es ist ein abenteuerliches und wandlungsreiches Wagnis musikalische Gewohnheiten loszulassen. Habe Mut, Dein eigenes Selbst zu verwirklichen, persönliche Aussagen und Ziele zu kommunizieren, vielleicht manchmal auch ein ALL-EINS-SEIN zu finden.

"Zuhörer wünschen oft, dass die Musik-Improvisation Geschichten erzählt ". Neue Ideen und Menschen gilt es zu entdecken, fremde Melodien zu entwickeln und mit musikalischen Motiven zu spielen.                                        Improvisation kann Zuhörer auf eine Reise mitnehmen.

Musiktherapie

Das Gehör ist das am frühesten entwickelte Sinnesorgan des Menschen (mit überdeutlich mehr neuronalen Verbindungen zum Gehirn als z.B. das Auge). Ab etwa dem 4. Schwangerschaftsmonat nehmen wir über Töne, Klänge und Geräusche unsere Umwelt wahr und treten in Kontakt mit ihr. Lange vor (und jetzt neben) der Sprache nutzen wir Menschen musikalische Elemente, um uns in der Welt zurechtzufinden und unsere Gefühle mit anderen zu teilen. Gefühle wie Trauer, Wut und Freude etc. haben in unterschiedlichsten Völkern gleiche körperliche Ausdrucksform (lachen, weinen ...).  Auch in der Musik gibt es universelle Darstellungen dieser Gefühle. Die Stimme als körperliches Instrument teilt uns unmittelbar Stimmung und Befindlichkeit eines Menschen mit. Mit Instrumenten kann Empfindung, Gefühl und Meinung Ausdruck verliehen werden. Musiktherapie geht von einer Entsprechung psychisch-leiblicher & musikalischer Vorgänge aus.

Die Methode der freien Improvisation ist von zentraler Bedeutung. Freies Spiel ohne Noten oder sonstige Vorgaben ermöglicht, ohne Worte Gefühle auszudrücken, die sonst nur schwer zu artikulieren sind. Es entsteht Musik im Sinne eines spontan spielerischen und experimentierenden Umgangs mit Klang, Ton, Geräusch und der eigenen Stimme. Manchmal sind auch stärker strukturierte Vorgehensweisen wie z.B. gemeinsames Singen oder das Anhören ausgewählter Musikstücke, ... therapeutisch indiziert. In beiden Fällen wird die rational menschliche Seite entlastet, Neugierde und Experimentierfreude werden angeregt. Werden die musikalischen Äußerungen angemessen aufgegriffen und verstanden, können schöpferische, selbstregulative und kommunikative Fähigkeiten (wieder) lebendig und wirksam werden.

Jenseits von musikalischem Leistungsdruck finden Rhythmisches wie Chaos, Geordnetes wie Ver-rücktes, Helles wie Dunkles, Nähe und Distanz ihren Platz. Hier läßt sich auch das mit Musik ausdrücken und erinnern, was sich mit Worten nicht sagen läßt. Die Instrumente sind vielfältig und in ihrer Mehrzahl oft den meisten unbekannt. Sie sind so gewählt, daß sie spontan leicht spielbar sind und so jede und jeder (auch ohne musikalische Vorkenntnisse) das jeweils stimmige Ausdrucksmittel finden kann.

Aus der Art des Umgang mit dem Instrumentarium und dem musikalischen Habitus/ musikalische Biographie des Gegenüber können sich Ansätze für Diagnose und Therapie ableiten lassen. Oft haben Instrumente an sich schon einen Symbolcharakter (Volksmund:  "auf die Pauke hauen“, „die erste Geige spielen" oder mal „andere Saiten aufziehen ", „etwas anklingen lassen"...  "der Ton macht die Musik"... "ich bin ganz Ohr"...). Eine Konfrontation mit diesem öffnet schnell Grundkonflikte, die dann durch therapeutisch geleitetes Probehandeln auf den Instrumenten sowie durch die Aufarbeitung im therapeutischen Gespräch einer Lösung zugeführt werden können.


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